Ratgeber
Nagelpilz Behandlung: Welche Wege es gibt
Nagelpilz ist hartnäckig, und die Behandlung braucht Geduld. Es gibt drei Wege: medizinische Nagellacke, Creme-Sets, die den befallenen Nagel ablösen, und Tabletten. Welcher passt, hängt davon ab, wie stark der Nagel befallen ist. Die Angaben stammen von gesundheitsinformation.de (IQWiG, Stand 9. Juli 2025) und aus der Fachleitlinie zur Onychomykose (2022). Sie ersetzen keine ärztliche Beratung.

Medizinische Nagellacke
Die farblosen Lacke gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Sie enthalten die Wirkstoffe Amorolfin oder Ciclopirox. Die Leitlinie nennt außerdem Terbinafin als Wirkstoff für Nagellacke.
Anwendung: Amorolfin-Lack tragen Sie einmal pro Woche auf. Bei Ciclopirox kommt es auf den Lack an: Ein Lack auf Wasserbasis wird täglich aufgetragen, ein Acryllack im ersten Monat jeden zweiten Tag, im zweiten Monat mindestens zweimal pro Woche und ab dem dritten Monat einmal pro Woche. Laut Leitlinie wird der Nagel idealerweise vorher aufgeraut oder gefeilt.
Dauer: bis zu einem Jahr.
Wirkung: Mit Ciclopirox-Lack waren in Studien nach einem Jahr etwa 30 von 100 Behandelten pilzfrei, ohne Lack etwa 10 von 100. Das Aussehen des Nagels war dabei nicht immer zufriedenstellend, auch wenn kein Pilz mehr nachweisbar war.
Creme-Sets zum Ablösen des Nagels
Die Sets bestehen aus einer harnstoffhaltigen Creme, einer Creme mit dem Wirkstoff Bifonazol und einem Spatel. Zuerst weicht die Harnstoff-Creme den befallenen Nagel 14 Tage lang auf, dann tragen Sie ihn mit dem Spatel ab. Anschließend kommt vier Wochen lang Bifonazol-Creme auf die Haut darunter.
Wirkung: Nach drei Monaten waren in einer Studie etwa 51 von 100 Teilnehmenden pilzfrei, mit Harnstoff allein etwa 41 von 100. Nach sechs Monaten gab es keinen Unterschied mehr, bei vielen kam der Pilz zurück.
Tabletten
Tabletten kommen bei stärkerem Befall infrage. Die Wirkstoffe sind Terbinafin und Itraconazol, Fluconazol nur, wenn andere Behandlungen nicht ausreichen oder nicht infrage kommen. Welcher Wirkstoff passt, hängt unter anderem von der Pilzart ab.
| Wirkstoff | Dauer | Pilzfrei nach einem Jahr |
|---|---|---|
| Terbinafin | etwa 3 bis 4 Monate | etwa 76 von 100 (ohne Behandlung etwa 17) |
| Itraconazol | höchstens 3 Monate, auch mit Pausen | etwa 43 von 100 (ohne Behandlung 7) |
| Fluconazol | etwa 6 bis 12 Monate, einmal pro Woche | keine Angabe |
Stand 9. Juli 2025, laut gesundheitsinformation.de (IQWiG). Im direkten Vergleich gibt es Hinweise, dass Terbinafin etwas besser wirkt als Itraconazol. An der Hand kann eine Behandlung von sechs Wochen reichen.
Nebenwirkungen: Möglich sind Magen-Darm-Beschwerden, bei Itraconazol auch Kopfschmerzen, Schwindel und Hautausschlag. Bei Itraconazol und Terbinafin besteht ein sehr geringes Risiko für ernsthafte Leberschäden. Wechselwirkungen sind möglich, etwa mit Medikamenten gegen hohes Cholesterin oder hohen Blutzucker. Menschen mit Herzschwäche sollten Itraconazol nicht einnehmen. Bei einer Lebererkrankung kommen beide Wirkstoffe nur infrage, wenn es unbedingt nötig ist.
Welcher Weg zu welchem Befall passt
Laut Leitlinie kann ein Nagellack allein genügen, wenn höchstens 40 Prozent der Nageloberfläche oder höchstens drei von zehn Zehen betroffen sind. Bei mittelschwerem oder schwerem Befall sollte zusätzlich mit Tabletten behandelt werden. Der Koordinator der Leitlinie empfiehlt dann die Kombination aus Nagellack und Tabletten.
Vor der Behandlung sollte der Pilz nachgewiesen sein, denn auch Schuppenflechte kann die Nägel ähnlich verändern. Mehr dazu unter Nagelpilz Symptome.
Und Laser?
Eine Lasertherapie allein empfiehlt die Leitlinie nicht, weil ihre Wirksamkeit nicht belegt ist. Aussichtsreicher erscheint laut Leitlinie die Kombination aus Laser und Nagellack.
Geduld zahlt sich aus
Selbst wenn der Pilz besiegt ist, braucht der Nagel Zeit zum Nachwachsen. Am großen Zeh kann das ein Jahr dauern. Halten Sie die Behandlung deshalb so lange durch, wie es die Gebrauchsinformation oder Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vorsieht. Wie Sie einem neuen Befall vorbeugen, steht auf der Startseite unter „Vorbeugen“.
Häufige Fragen
Brauche ich für Nagelpilz ein Rezept?
Für die medizinischen Nagellacke nicht, sie gibt es rezeptfrei in der Apotheke.
Wie lange muss ich den Nagellack auftragen?
Bis zu einem Jahr, je nach Lack einmal pro Woche oder häufiger. Halten Sie sich an die Gebrauchsinformation.
Was hilft bei starkem Nagelpilz?
Laut Leitlinie eine Behandlung mit Tabletten, meist zusammen mit einem Nagellack. Lassen Sie das ärztlich abklären, denn Tabletten können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben.
